Wir schlagen den Einsatz der Meinungswand – Beschreibung und Bestellung und die Arbeit mit leeren Zigarettenschachteln während des Projektes vor.

 

1. Kinderarbeit – Einstieg

 

1a Themenpaar „Kinder“ und „Tabak“

Sie erklären den Jugendlichen mit wenigen Worten, worum es im Projekt und in der Lobby-Aktion geht. Lassen Sie die Jugendlichen an den zwei Begriffen „Kinder“ und „Tabak“ arbeiten und überlegen, welche Bezüge es zwischen ihnen gibt. Diese ersten Vorstellungen der Jugendlichen werden nicht immer stimmig sein, sind aber vielleicht im Verlaufe des Projektes wichtig. Meinungswand

1b Film: „Kinderarbeit beim Tabakanbau“

SFR, 2010, Sendung KASSENSTURZ, “Kinderarbeit beim Tabakanbau: Leiden für Zigarettenraucher”, 13 Minuten. Die Dokumentation des Schweizer Fernsehens stellt die Situation der arbeitenden Kinder in den Vordergrund. Beleuchtet werden die Hintergründe auf brasilianischen Tabakplantagen. Neben den drei Kindern beschreiben der Vater, eine Ärztin, eine Ermittlerin des dortigen Sozialministeriums ihre ausweglose Situation gegenüber der Tabakindustrie. Aber auch deren Vertreter kommen zu Wort. Ihre Argumentation ist verblüffend logisch und wird die Jugendlichen sicherlich verunsichern.

Der Film wird anmoderiert in Schweizer Deutsch, nur schwer verständlich für ungeübte Ohren. Für die Jugendliche eine Möglichkeit, eine ungewohnte Sprache ernst zu nehmen – oder Sie überspringen diesen Teil und beginnen bei 01:20 Minuten.  Sie finden den Film auf Youtube oder hier auf unserer Webseite. Infoblatt 1 – Die Akteure im Film

 

1c Die Geschichte von Evendro

Für den Fall, dass Sie keinen Film zeigen können, oder eine Alternative bevorzugen, haben wir rund um Evandro eine Geschichte geschrieben. Die wesentlichen Punkte lassen wir ihn erzählen. Arbeitsblatt 1c – Evandros Geschichte

Zur Auswertung haben wir ein Arbeitsblatt gestaltet, in dem vier Fragen beantwortet werden müssen. Arbeitsblatt 1c – Fragen beantworten

 

2. Schulden und Gesundheit

Die Aussagen im Film werden auf die Jugendlichen sehr unterschiedlich wirken. Können sie noch eindeutig auf Seiten der Kinder und des Vaters stehen, wenn sie die geschickte Argumentation der Manager hören? Haben sie nicht recht, wenn sie sagen, dass es höchst unvernünftig von den Eltern ist, ihre Kinder arbeiten zu lassen? Wo kommen die Schulden her und wer hat die Verantwortung für sie? Und schließlich: Wie hängen die Schulden der Familie Weber mit der Gesundheit der Kinder zusammen? Das sind spannende Fragen, bei deren Beantwortung die Jugendlichen viel für ihr eigenes Leben lernen. Oft entwickelt sich ein großer Wunsch, das Thema Verschuldung mit seinen Auswirkungen länger zu besprechen. Das ist eine gute Gelegenheit, auch über Strategien in unserer Gesellschaft zu sprechen, aus einer Schuldenfalle herauszukommen.

 

2a Wie Schulden entstehen

Wir haben die letzten zehn Jahre der Familie Weber in einem fiktiven Spiel dargestellt, dem wir Aussagen aus dem Film und andere Quellen zugrunde gelegt haben. Die Jugendlichen erkennen, dass aus einem sehr hoffnungsvollen Start der Familie Weber durch Rückschläge und schlechte Verträge eine Schuldenfalle entstanden ist. Arbeitsblatt 2a – Wie schulden entstehen

 

2b Themenpaar „Schulden“ und „Gesundheit“

Danach lohnt es sich, die Jugendlichen noch einmal an der Meinungswand die Stichworte zu den Wortpaaren „Schulden“ und „Gesundheit“ zusammenzustellen zu lassen.

 

3. Gesundheit

Aber wie gefährlich ist denn Rauchen? Es gibt die berühmten Beispiele, die immer herhalten müssen: Altbundeskanzler Helmut Schmidt war ein starker Raucher und ist trotzdem 96 Jahre alt geworden. Dagegen sprechen die vielen Menschen die in jungem Alter Opfer der Zigarette werden. Auf unserer Webseite empfehlen wir Materialien.

 

4. Die Tabakindustrie

 

4a Weltkarte – Wo wird Tabak angebaut?

Wir haben eine Weltkarte erstellt, in der drei Anbauländer nicht bezeichnet wurden. Anstelle der Namen finden Sie eine Linie, auf der die Jugendliche die entsprechenden Ländernamen eintragen sollen. Es sind die Länder Brasilien, Indien und Malawi. Dazu gibt es weitere Informationen und Fakten. Arbeitsblatt 4a – Wo KInder arbeiten

 

4b Die größten Tabakkonzerne

Die Jugendlichen finden im Arbeitsblatt die größten Konzerne der Welt, deren Umsatz und jeweils eine Zigarettenmarke. Auf den mitgebrachten leeren Zigarettenschachteln finden sie allerdings noch andere Hersteller. Jeden Herstellernamen schreiben sie ein Blatt und legen die jeweiligen Schachteln dazu. Es entsteht bei der einen Firma ein größerer, bei der anderen ein weniger großer Stapel. Damit haben die Jugendlichen auch die Adressen der Firmen. Das wird später eventuell noch eine Rolle spielen.

 

4c Themenpaar „Rauchen“ und „Angst“

Während die Jugendlichen die Zigarettenschachteln in der Hand haben erzählen sie ganz automatisch wer welche Marken und wieviel davon in ihrer Umgebung rauchen. Hier kann es zu einem Gespräch über die Angst kommen, die sie um Eltern oder Brüder haben, weil sie so viel rauchen. Sie haben gelernt, wie gefährlich rauchen ist. Deshalb ist es gut, wenn sie dazu auf der Meinungswand schreiben oder malen können, um die Angst ablegen zu können.

 

5. Tabakwerbung

Wie sorgen die Tabakkonzerne dafür, dass viele, vor allem junge Menschen rauchen? Dass sie darauf hinarbeiten ist klar, sonst würden sie nicht verdienen. Eine klassische Methode ist die Tabakwerbung, eine andere sind die Gratiszigaretten. Die Agenturen, die diese Werbung entwerfen, haben wirklich vor allem die Jugendlichen im Blick. Wenn es gelingt, sie zu verführen, ist die Zukunft der Konzerne gesichert. Sehr früh werden Bilder erzeugt, die in die Träume der Jugendlichen passen.

 

5a Tabakwerbung und ihre Sprache

Wer die Bildsprache und den Inhalt der Tabakwerbung analysiert, kann kaum verstehen, dass diese Werbung Wirkung zeigt. Sie wirken oft unwirklich und banal. Bewiesen ist, dass sie wirken. Die Jugendlichen fotografieren in ihrer Umgebung Plakatwerbung für Zigaretten, analysieren sie auf ihren Inhalt und bewerten sie. Mit den Bildern kann eine schöne interne oder öffentliche Ausstellung erstellt werden mit den entsprechenden Kommentaren der Jugendlichen.

Die Bilder können die Jugendlichen auch, mit ihren Kommentaren versehen den kommunalen Politiker*innen übergeben oder zugeschickt werden, damit sie sich für ein Werbevorbot auf öffentlichen Flächen der Stadt starkmachen. Weitere Empfänger wären die Abgeordneten des Bundestages und der Bundesgesundheitsminister, weil sie die Werbung generell verbieten können und sollen, wie in allen anderen Ländern der EU. Infoblatt folgt

 

5b Tabakwerbeverbot in Deutschland

Es ist ein spannender politischer Prozess: Als letztes Land in der EU soll ein neuer Anlauf gemacht werden, Tabakwerbung zu verbieten. Die letzten Gesetzesversuche waren in letzter Minute verhindert worden, trotz des erklärten Willens der zuständigen Minister. Eine starke Tabaklobby hat hier ganze Arbeit geleistet. Infoblatt folgt

 

5c Rollenspiel rund um Tabakverbot – Freiheit

Ein wichtiges Argument, dass von den Konzernen vorgetragen und von vielen Politiker*innen aufgenommen wurde ist die Freiheit. „Wir können doch den Menschen nicht das Rauchen verbieten und sie so in ihrer Freiheit beschneiden!“. „Wenn wir einmal mit dem Verbieten anfangen, dann kommt morgen „Alkohol“, „Zucker“ und was noch alles. Wohin soll das führen?“ Die Jugendlichen entwerfen Rollen (arbeitende Kinder, Vater, Ärztin in Brasilien, Tabakindustrie, Tabaklobbyist, Arzt, Raucher… süchtig, Raucher… krank, Politiker*in in Deutschland) und schlüpfen hinein. Wie fühlt es sich an in der jeweiligen Rolle, wenn die anderen mit ihren Argumenten so stark klingen? Arbeitsblatt folgt

 

5d Kippen sind giftig

Sie sind überall und sie sind umweltschädlich. In den Zigarettenfiltern sammeln sich toxische und krebserzeugende Substanzen in hoher Konzentration an – dazu gehörten neben Nikotin auch Arsen und Schwermetalle wie Blei, Kupfer, Chrom und Cadmium. Die Jugendlichen fotografieren die Zigarettenreste in ihrer Umgebung. Auch hier finden Sie ein Infoblatt auf unserer Webseite. Arbeitsblatt folgt

 

5e Wer muss handeln?

Es ist die übliche Frage in politischen und gesellschaftlichen Prozessen und niemand will wirklich aktiv werden. Was meinen die Jugendlichen, wer etwas für die arbeitenden Kinder und gegen die Tabakwerbung tun muss. Und dabei ist uns wichtig, wo sie ihre eigene Rolle sehen.

 

6. Lobby-Aktion NIKOTINKINDER

Gehen wir auf die Suche nach einem Gegengewicht: Wer kann sich für die arbeitenden Kinder einsetzen, den Politiker*innen deutlich machen, dass sie etwas tun müssen – auch gegen die Tabakwerbung?. Das könnten die Jugendlichen sein, wenn sie Lobbyisten werden möchten.

 

6a Die Mitmachkarte

Auf einer Mitmachkarte haben wir alles zusammengefasst, was die Jugendlichen tun können. Die Mitmachkarte finden Sie im Online-Shop auf unserer Webseite. in Arbeit

 

6b Politiker*innen ansprechen

Für die Jugendlichen ist der direkte Kontakt mit Politiker*innen wichtig, weil sie damit einem direkten Gegenüber ihre Forderungen und Wünsche mitteilen können. Dabei sollten im Wahlkreis die Abgeordneten aus Landtag und Bundestag angesprochen und eingeladen werden. In diesem Kennenlernen entwickelt sich immer auch ein Gespür für die Demokratie. Wie finden die Jugendlichen die Politker*innen? Dazu haben wir ein Infoblatt erstellt. Infoblatt folgt

 

6c Postkartenaktion

Im Online-Shop auf der Webseite www.nikotinkinder.de stellen wir Postkarten zur Verfügung, mit denen sich die Jugendlichen an die Politiker*innen in den Kommunen, an die Bundestagsabgeordneten und an die Tabakindustrie wenden können. in Arbeit

 

6d Unterschriftenaktion

Die Jugendliche können in ihrem Umfeld, in der Einrichtung und darüber hinaus auf der Straße Unterschriften für die Petition gegen Kinderarbeit auf Tabakfeldern und gegen Tabakwerbung sammeln. Das ist echte Lobby-Arbeit. Sie haben mit den gesammelten Unterschriften auch ein gutes Argument, wenn sie Politiker*innen und Medien einladen. Die Listen werden an die entsprentweder an FRIEDENSBAND geschickt werden – oder selbst Unterschriftenliste

 

6e Info-Flyer NIKOTINKINDER

Um den Jugendlichen bei ihren Aktivitäten Sicherheit zu geben, stellen wir einen Flyer zur Verfügung. Darin werden in knapper Form die wichtigsten Informationen zur Situation der Kinder auf den Tabakfeldern vermittelt. Die Bestellung ist über den Online-Shop möglich.

 

6f Interviews

Wir empfehlen, dass die Jugendlichen die Gelegenheit wahrnehmen und während der Unterschriftenaktion Interviews mit Passant*innen führen. So können die Jugendlichen ihre Fragen stellen und gleichzeitig das erworbene Wissen weitergeben. Infoblatt folgt

 

6g Die Knüll-Aktion

Um die Aktion abzuschließen machen die Jugendlichen, möglichst in größerem Rahmen mit Politiker*innen, Medien, Eltern… die Knüll-Aktion. Wir sagen, dass in den leeren Zigarettenschachteln die unerfüllten Träume der Kinderarbeiter stecken, die sie durch das Zerknüllen herauslassen sollen. Infoblatt folgt

 

6h Aktion Rauchfrei

Überall in der Welt gibt es Ortschaften, Bezirke oder Straßen, in denen das Rauchen verboten ist. Warum nicht auch vor eurer Schule? Versucht es doch mal. Allein die Diskussion an der Schule über diese eigentlich naheliegende Idee dürfte hochinteressant sein und Spaß machen. Natürlich wird es nicht leicht, aber die Niederländer machen ernst. Weiterlesen

 

6i Die Pressearbeit

Mit einer Presseerklärung stellen die Jugendlichen den Medien ihr Projekt und ihre Anliegen vor. Die Pressekonferenz in einer Schule oder in der Jugendeinrichtung durchzuführen ist durchaus reizvoll für die Medien und natürlich für die Jugendlichen. Der Vorteil ist, dass sie in ihrer gewohnten Umgebung agieren. Sie sind dort wesentlich selbstsicherer. Infoblatt folgt