Viele Jugendliche arbeiten in Deutschland in ihrer Freizeit – für das Smartphone oder die Ferien. In den ländlichen Gegenden ist es die Ernte, in den Städten kleine Arbeiten in Geschäften. Zwar ist die Arbeit nicht immer leicht, aber sie zählt zunächst nicht als Kinderarbeit. Denn diese Arbeiten lassen in der Regel noch Raum für Schule und Freizeit und vor allem, sie sind zeitlich begrenzt. Was aber ist Kinderarbeit?

 

Armut als Grundvoraussetzung

In vielen Ländern sind Kinder in einer gefährlichen Armutssituation, in der das Überleben nur durch ihre Arbeit gewährleistet werden kann. Entweder, sie unterstützen damit ihre Familien oder sie müssen alleingestellt für sich sorgen.

Auch in Deutschland müssen wir aufpassen, dass Kinder nicht die Leidtragenden werden, wenn Familien von Arbeitslosigkeit betroffen sind oder sie mit ihrer Arbeit ihre Existenz nicht aus eigener Kraft sichern können. Solche Familien können in allen Teilen der Welt nur schwer verhindern, dass ihre Kinder zuarbeiten müssen, auch bei uns!

 

Kinderarbeit nimmt keine Rücksicht

Kinderarbeit, das heißt in den meisten Ländern der Welt, dass die Kinder ausgebeutet werden. Oft werden Kinder weit über ihre Kräfte hinaus körperlich beansprucht, haben selten normale Arbeitszeiten und werden meist während der Arbeit nicht ausreichend versorgt. Viele Kinder erleben aber auch Formen der Sklaverei, werden verkauft, unterliegen einer Schuldknechtschaft oder Leibeigenschaft. Kinder die so ausgeliefert sind, erleben nicht selten auch sexualisierte Gewalt, weil sie völlig recht- und schutzlos sind.

 

Kinderarbeit macht krank

Auf die Gesundheit der Kinder wird nur selten Rücksicht genommen. Das liegt oft an den katastrophalen Umständen, nicht selten aber auch an der Geringschätzung gegenüber den Kindern als austauschbare Individuen. Kinder werden oft in Bereichen eingesetzt, in denen Erwachsene nicht arbeiten möchten, weil sie zu gefährlich sind. Die oft ernsten körperlichen und psychischen Auswirkungen tragen die Kinder ihr Leben lang und führen zu weiteren Armutssituationen.

 

Kinderarbeit macht reich

Es gibt durchaus namhafte Firmen, die ihre Produkte ohne Kinderarbeit nicht so kostengünstig produzieren lassen könnten. Den daraus resultierenden Reichtum teilen sie natürlich nicht mit den arbeitenden Kindern. Das darf von Politik und Gesellschaft nicht unterstützt werden. Aber auch wir, die Konsument*innen, sind durch unser Kaufverhalten beteiligt (Geiz ist geil) und tragen eine Mitverantwortung am Leid der Kinder. Hier sollte ein Umdenken stattfinden.

 

Kinderarbeit verursacht Flucht

Wenn Menschen sich in ihrem Heimatland nicht mehr ernähren können, sind sie gezwungen auszuwandern. Kinderarbeit setzt einen Kreislauf in Gang, der über fehlende Bildung und Zukunftsperspektiven zur Flucht in die reicheren Länder führen kann. Ein zunehmender Teil der zu uns Geflüchteten beruft sich darauf.